Die These der Untersuchung lautet: Der gegenwärtige Klimawandel, der gefährliche Ausmaße anzunehmen beginnt, ist keine Naturkatastrophe, kein unabwendbares Schicksal, sondern menschengemacht und als solcher eine Ungerechtigkeit, die bestehendes Unrecht noch verschärft. Um der Würde des Menschen und des Eigenwertes der außerhumanen Natur willen müssen darum unverzüglich wirkungsvolle Maßnahmen des Klimaschutzes sowie der Anpassung an die Folgen der globalen Erwärmung ergriffen werden. Das Klima ist eine zentrale natürliche Ressource und die Basis allen Lebens. Die globale Erwärmung mit ihren negativen Auswirkungen auf die jetzt lebenden und künftigen Menschen sowie die außermenschliche Natur stellt darum eines der größten ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme des 21. Jahrhunderts dar.
Insofern ist der Klimawandel eine Herausforderung, die eine christliche Ethik nicht unbeantwortet lassen darf. Will die Ethik dem Problem gerecht werden, muss sie ihr Profil ändern beziehungsweise erweitern hin zu einer Ethik der Nachhaltigkeit, welche die drei Dimensionen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit berücksichtigt.
Der christliche Blickwinkel kann dabei einen eigenen heuristischen, begründungstheoretischen und praktischen Beitrag zur Wahrnehmung, Beurteilung und Problemlösung beisteuern. Die Studie folgt dementsprechend in ihrem Aufbau dem methodischen Dreischritt „Sehen – Urteilen – Handeln“ beziehungsweise „Optik – Kritik – Pragmatik“.
Zunächst werden die wesentlichen aktuellen Erkenntnisse über den Klimawandel, seine Symptome, Ursachen und Folgen aufbereitet. Daran anknüpfend wird ein ethisches Gerüst entfaltet, von dem ausgehend eine Beurteilung des Klimawandels vorgenommen wird. Im Mittelpunkt dieser normativen Überlegungen steht dabei ein Konzept von Gerechtigkeit, das die globale, intergenerationelle und ökologische Dimension umgreift. Ausgehend davon werden Lösungsansätze diskutiert und in eine integrierte Politik des nachhaltigen Klimaschutzes eingebettet.
Anhand des äußerst brisanten und drängenden Problems des Klimawandels leistet der Band einen wichtigen Beitrag zu einer Ethik der Nachhaltigkeit in christlicher Perspektive.
Paderborn-München-Wien-Zürich: Schöningh 2009, 534 S., 58,00 EUR, kart. ISBN 978-3-506-76675-5
E-Bestellung (online beim Verlag) - Buchinformation (Flyer)